Neue Mitglieder herzlich willkommen

Status

Der Förderkreis Görlitzer Synagoge wurde 2004 gegründet, als ein erfolgreicher Abschluss der Sanierung noch unerreichbar weit entfernt schien. Unser Verein hat sich viele Jahre lang sehr dafür eingesetzt, die ehemalige Synagoge öffentlich nutzbar zu machen und das wichtige und einflussreiche Leben und Wirken der Görlitzer Juden für ihre Stadt ins öffentliche Bewusstsein zu heben und dort zu verankern.

Mit der Fertigstellung der Synagoge und der Betreibung als städtisches Kulturforum in Trägerschaft der Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbh im Juli 2021 schien der Vereinszweck bereits weitgehend erfüllt zu sein.

Aber dem ist nicht so!

Vor allem durch die intensive Forschung von Lauren Leiderman wächst der Wissensschatz über die Görlitzer jüdischen Gemeinden des Mittelalters und der preußischen Ära ab 1849 geradezu täglich. Kontakte zu vielen Familien, die in Görlitz einst eine Heimat sahen, bringen immer neue Dokumente, Fotos, Geschichten und Erkenntnisse ans Licht.

Außerdem zeigt der erschreckend grassierende Antisemitismus in nahezu allen sozialen und politischen Lagern und Schichten unserer Gesellschaft, wie wichtig eine empathische Aufklärungsarbeit über Judentum, jüdische Menschen, jüdische Kultur ist. 

Unser Verein kann und will einen wichtigen Beitrag leisten, den Antisemitismus einzudämmen und ein friedliches und wohlwollendes Miteinander von Nichtjuden und Juden in unserem Land – und darüber hinaus – zu fördern.

Genau jetzt ist es wichtig, neue Menschen für die Arbeit unseres Vereins zu gewinnen. 

Wollen Sie uns erst einmal kennenlernen? 

Dann kommen Sie gerne am Donnerstag, 8. Oktober, zu unserem nächsten Vereinstreffen im Café Oriental in der Nikolaistraße (Görlitzer Altstadt). Beginn ist 19 Uhr.

Das Café ist unser fester Treffpunkt. Wir kommen immer an einem Donnerstag zusammen – meist der erste, manchmal der zweite Donnerstag eines Monats.

Herzlich willkommen

 

OPUS 45 und Roman Knižka : „Ich hatte einst ein schönes Vaterland …“

TACHELES – Jahr der Jüdischen Kultur in Sachsen 2026

Das literarisch-musikalische Programm „Ich hatte einst ein schönes Vaterland …“ lotet die Brüche in der deutsch-jüdischen Geschichte aus. Es erzählt vom Glanz der jüdischen Emanzipation, aber auch von zunehmendem Antisemitismus, der in die Entrechtung und Vernichtung deutscher Jüdinnen und Juden unter dem NS-Regime mündete.

Roman Knižka liest aus Texten jüdischer Autorinnen und Autoren deutscher Sprache – darunter Moses Mendelssohn, Heinrich Heine, Ludwig Börne, Else Dormitzer, Viktor Klemperer, Anita Lasker-Wallfisch und Mascha Kaléko. Wie sich jüdischer Alltag in Sachsen im 19. Jahrhundert gestaltete, belegen autobiographische Zeitzeugnisse aus der Region. Am Ende steht ein Sprung in die Gegenwart, wenn die Dramatikerin Sasha Marianna Salzmann über jüdisches Leben in Deutschland nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 reflektiert. 

Musikalisch umrahmt wird das Programm von Werken jüdischer Komponisten. Das Bläserquintett OPUS 45 spielt Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Alexander Zemlinsky, Denès Agay, Jacques Ibert und Pavel Haas, deren Biografien ebenfalls eng mit der deutsch-jüdischen Geschichte verbunden sind.

Rezitation: Roman Knižka
Musik: Bläserquintett OPUS 45 (Musiker:innen der Dresdner Philharmonie, Hamburgische Staatsoper, NDR Radiophilharmonie Hannover und Beethoven Orchester Bonn)

Foto: Daniel Haeker

 

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen mit Haushaltsmitteln des Freistaates Sachsen auf Beschluss des Sächsischen Landtages.

Anmeldung erwünscht per E-Mail: kulturforum@kultur-goerlitz.de

Nachruf für Nora Goldenbogen

Der Förderkreis Görlitzer Synagoge trauert um Dr. Nora Goldenbogen (1949 – 2024). Die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden war für unseren Verein über viele Jahre eine verlässliche Partnerin, die sowohl den komplexen Restaurierungsprozess als auch die schwierige Suche nach einem geeigneten Nutzungskonzept für die Görlitzer Synagoge kompetent und ausgleichend begleitet hat.  

Von Nora Goldenbogen kam unter anderem der Vorschlag, dass der Aron Hakodesch im Kuppelsaal offen und sichtbar ohne Torarollen bleibt, um die Verletzung des Gebäudes an zentraler Stelle zu zeigen. »Es wird sofort deutlich, dass die Synagoge nicht mehr vollständig ist«, sagte die promovierte Historikerin damals zur Begründung.

Als es im Jahre 2020 darum ging, einen Film zu jüdischer Geschichte für die Präsentation im künftigen Kulturforum Görlitzer Synagoge zu produzieren, stand Nora Goldenbogen ganz selbstverständlich als Gesprächspartnerin mit ihrem profunden Wissen zur Verfügung. Entschieden trat die langjährige Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden stets gegen Antisemitismus auf. Sie nutzte viele Gelegenheiten für unmissverständliche Botschaften.  Als 2022 der rekonstruierte Davidstern auf den Turm der Synagoge aufgesetzt wurde, drückte die Historikerin ihre Hoffnung aus, dass er nie wieder als „Fremdling“ betrachtet werden möge. Sehr bewusst zitierte sie gerade diesen Begriff aus einem Zeitungsbericht, der im November 1938 erschien, nachdem der Davidstern in der Pogromnacht von der Synagoge heruntergeholt worden war.

Wir sind Nora Goldenbogen zutiefst dankbar für ihr Engagement und werden sie in bleibender Erinnerung behalten. Unser aufrichtiges Beileid gilt ihrer Familie.

Wenn der Rebbe tanzt

Vom Frühbarock bis ins Zwanzigste Jahrhundert spannte sich der Bogen beim Auftritt des Staats- und Domchores Berlin gemeinsam mit der Lautten Compagney Berlin. Das Konzert am 16. November in der Evangelischen Kreuzkirche Görlitz war ein Höhepunkt der Jüdischen Kulturtage Görlitz, die maßgeblich von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen gefördert werden.

Ein tief bewegendes Erlebnis voller Seelentiefe und Lebensfreude; ein besonderer christlich-jüdischer Brückenschlag von allerhöchster musikalischer Qualität.