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Zwischen Emanzipation und Verfolgung – Die Entwicklung jüdischer Gemeinden in der Oberlausitz ab Mitte des 19. Jahrhunderts

Podiumsgespräch mit Hagen Schulz (Bautzen), Armin Pietsch (Zittau) und Markus Bauer (Görlitz)

Kulturforum Görlitzer Synagoge
Otto-Müller-Straße 3
02826 Görlitz

Mittwoch, 6. April, 19 Uhr

Moderation: Anett Böttger

Podiumsgespräch zur Ausstellung „Spurensuche. Jüdische Geschichte in der Oberlausitz“. Sie beleuchtet die Entstehung neuer jüdischer Gemeinden in Görlitz, Bautzen und Zittau ab 1850 sowie den Einfluss ihrer Mitglieder in Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Dargestellt werden außerdem Auswirkungen von Antisemitismus und Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus, Einzel- und Familienschicksale sowie die Erinnerungskultur nach 1990. Die Teilnehmer an der Gesprächsrunde, die einige dieser Aspekte vertiefen soll, haben sich intensiv mit jüdischer Geschichte in ihren Städten beschäftigt.

Eintritt frei

Ausstellung „Spurensuche. Jüdisches Leben in der Oberlausitz“ ab 7. März im Kulturforum Görlitzer Synagoge

vom 7. März bis zum 21. April an ihrer ersten Station im Kulturforum Görlitzer Synagoge gezeigt wird. Die Präsentation auf 16 Tafeln gibt Einblick in das Leben und Wirken von Jüdinnen und Juden an verschiedenen Orten der Region. Dargestellt werden Gründung und Entwicklung der jüdischen Gemeinden, die sich im 19. Jahrhundert in Görlitz, Bautzen und Zittau bildeten. Obwohl die Zahl ihrer Mitglieder im Vergleich zur gesamten Bevölkerung relativ gering blieb, hatten sie entscheidenden Einfluss in Wirtschaft und Gesellschaft. Exemplarisch dafür stehen Unternehmer wie Martin Ephraim in Görlitz, Adolf Wolf Altmann in Bautzen oder Joseph Schweig in Weißwasser.

Die Emanzipation der jüdischen Bevölkerung spiegelte sich auch im Bau eigener Gotteshäuser wider. So nahm die Zittauer Gemeinde 1906 ihre neue Synagoge in Besitz. In der Nacht zum 10. November 1938 in Brand gesteckt, wurde das Gebäude später gesprengt. Die 1911 eingeweihte Synagoge in Görlitz überstand die Reichspogromnacht dagegen nahezu unbeschadet. Die Wanderschau beleuchtet die Auswirkungen von Antisemitismus und Verfolgung jüdischer Menschen in der Zeit
des Nationalsozialismus. In Wort und Bild kurz vorgestellt werden verschiedene Einzel- und Familienschicksale, darunter auch aus Wittichenau, Hoyerswerda und dem Crostwitzer Ortsteil Horka.

Zwei der Ausstellungstafeln widmen sich der Erinnerungskultur nach 1990, als jüdisches Erbe in der Oberlausitz wieder stärker ins öffentliche Blickfeld rückte. Beispiele dafür sind der Gedenkort für die Opfer des Zwangsarbeitslagers Tormersdorf in Rothenburg, die Rekonstruktion des jüdischen Begräbnisareals auf dem Friedhof in Weißwasser oder die Verlegung von Stolpersteinen in mittlerweile acht Orten der Oberlausitz.

Die Ausstellung des Förderkreises Görlitzer Synagoge e. V. ist ein Beitrag zum Festjahr #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland und entstand im Rahmen von „Tacheles Oberlausitz. Initiative für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“. An dem Projekt unter Federführung der Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal ist neben dem Förderkreis auch die Hillersche Villa gGmbH in Zittau beteiligt. Die Wanderschau kann kostenfrei von Schulen, Gemeinden oder Pfarreien im Landkreis ausgeliehen werden.