Veranstaltungen 2015

Lesung mit Marianne Degginger am 9. September in der Alten Synagoge Görlitz

Am 9. September wird Marianne Degginger aus ihrem Buch „Marianne-eine wahre Geschichte“ lesen. Das Buch ist bereits 2014 erschienen und ist in Form eines Tagebuchs geschrieben. Darin schildert Marianne Degginger ihre Erlebnisse als Kind einer jüdischen Mutter und eines „arischen“ Vaters im Dritten Reich. Sie wuchs zunächst im brandenburgischen Kleinmachnow auf.
Mit jedem weiteren Regierungsjahr der Nationalfaschisten musste sie mit immer stärkeren Ressentiments und Schikanen rechnen, auch wenn ihr Vater ein Arier war. Die nunmehr schon über 80-jährige Zeitzeugin muss also schon als Kind die zunehmende Ausgrenzung miterleben und mit ihren Eltern fliehen. Die Flucht führt sie u.a. auch nach Sachsen.
Ob die Flucht gelingen wird und welchen Zufluchtsort sie letztendlich erreicht hat, darüber wird sie während ihrer Lesung berichten.
Da momentan noch umfangreiche Bauarbeiten in der Synagoge auf der Otto-Müller-Straße stattfinden, wird die Lesung im Literaturhaus „Alte Synagoge“ auf der Langenstraße stattfinden.

Eintritt: 4 Euro

Die Lesung wird durch den Förderkreis Görlitzer Synagoge veranstaltet und wird durch das Literaturhaus Alte Synagoge unterstützt.

In diesem Jahr finden aufgrund von verstärkten Bauarbeiten in der Synagoge Görlitz sehr wenige Veranstaltungen statt. Zunächst einmal keine gute Nachricht, aber für das Gebäude selber ist dies ein unglaublich wichtiger Umstand. Eine Zusammenfassung der Veranstaltungen in 2015:

25 Jahre „Grundton D“ — Auftakt in Görlitz

Grundton D, die Konzertreihe des Deutschlandfunks, war am 26. April zu Gast in der Görlitzer Synagoge. Das Konzert war restlos ausverkauft, über 200 Besucher nahmen an der Veranstaltung teil. Grundton D ist eine Konzertreihe, die in Zusammenarbeit mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ausgerichtet wird und sich der Erhaltung und Pflege deutscher Baudenkmale widmet. Durch die Einnahmen wird die Rekonstruktion und Denkmalpflege finanziell unterstützt und hat damit schon zahlreiche Denkmäler vor dem Verfall gerettet. Grundton D_Plakat_26.4.15

Gedenkmarsch entlang des Arbeitsmarsches der Zwangsarbeiter des KZ „Biesnitzer Grund“ am 8. Mai

Anlässlich des  70. Jahrestages der Beendigung des 2. Weltkrieges durch die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches sowie der Befreiung des Konzentrationslagers Biesnitzer Grund fand am 8. Mai 2015 ein Gedenkmarsch vom Gedenkstein für die Insassen des Konzentrationslagers „Biesnitzer Grund“ zum ehemaligen Waggonbau-Geländes Werk 1 statt. Die Route verläuft entlang des Weges, den Häftlinge aus dem Görlitzer Außenlager des KZ Groß Rosen jeden Tag gehen mussten. Das Barackenlager war im Frühsommer 1944 im Biesnitzer Grund eingerichtet worden. Mehr als 1750 Häftlinge lebten zeitweilig dort. Die Insassen – überwiegend polnische und ungarische Juden – mussten Zwangsarbeit im Görlitzer Maschinen- und Waggonbau leisten. Mehrere Hundert Männer und Frauen haben Hunger und Misshandlungen nicht überlebt. Soldaten der Roten Armee befreiten das Lager am 8. Mai 1945.