Tacheles Oberlausitz – Initiative für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus

Jüdisches Leben und Wirken sichtbar machen

Der Förderkreis Görlitzer Synagoge arbeitet in der Initiative „Tacheles Oberlausitz – Initiative für jüdisches Leben und gegen Antisemitismus“. Im bundesweiten Festjahr erkunden wir die Geschichte und Gegenwart jüdischen Lebens in unserer Region. Unsere Partner sind die Stiftung Internationales Begegnungszentrum St. Marienthal und die Hillersche Villa in Zittau. Zwischen Görlitz, Ostritz und Zittau erzählen wir Geschichten über jüdische Spuren und Persönlichkeiten. Wir laden ein, zuzuhören und ins Gespräch zu kommen – auch über Antisemitismus.

Die Initiative arbeitet im Rahmen des Festjahrs #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland . Das Ereignis wird bundesweit von mehreren hundert Projekten in rund tausend Veranstaltungen gefeiert. Alle Beteiligten eint das Ziel, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen und dem erstarkenden Antisemitismus etwas entgegenzusetzen.

Tacheles Oberlausitz lädt alle Interessierten herzlich ein, die jüdische Kultur in unserer Region besser kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen zu Fragen wie diesen:

  • Wie haben Jüdinnen und Juden die Region geprägt?
  • Wo finden wir heute noch Spuren jüdischen Lebens und welche Bedeutung haben sie für uns?
  • Wer waren bedeutende jüdische Persönlichkeiten der Region?
  • Leben heute (wieder) Juden und Jüdinnen hier? Und wenn ja, was bedeutet es für sie, jüdisch zu sein in der Oberlausitz?
  • Woher kommt eigentlich Antisemitismus und was können wir dagegen tun?
  • Wer engagiert sich in unserer Region für die Sichtbarkeit jüdischen Lebens und gegen Antisemitismus und wie können wir gewinnbringend zusammenarbeiten?

Geplant sind u.a. ein Kurzfilmabend, Vorträge und Diskussionen, Konzerte, Theater, ein Podcast, Begegnungsformate, ein jüdisches Fest und eine Wanderausstellung. Weitere Informationen erhalten Sie über www.ibz-marienthal.de/politik-und-gesellschaft/tacheles-oberlausitz/

Wir beteiligen uns aktiv am Bündnis gegen Antisemitismus Dresden und Ostsachsen, einem Zusammenschluss von 25 Organisationen aus der jüdischen Community und der sächsischen Zivilgesellschaft. Darüber hinaus stehen wir im Austausch mit Görlitzer Akteur*innen und Engagierten aus dem Themenfeld Jüdisches Leben und Antisemitismus, darunter kirchliche Gemeinden, städtische Einrichtungen und Museen, Vereine, Bildungsträger und Privatpersonen. Initiiert und koordiniert wird dieses lose Netzwerk von der Partnerschaft für Demokratie Stadt Görlitz.

​​

 

 

Die Synagoge ist wieder geöffnet.

Am 12. Juli wurde die Görlitzer Synagoge nach jahrelanger Restaurierung als Kulturforum wiedereröffnet. Betreiber ist der Görlitzer Kulturservice. Auf der Website des Kulturforums Görlitzer Synagoge finden sich Informationen über Veranstaltungen, Besichtigungen, Eintrittspreise, Führungen und Mietkonditionen.

Zweimal war der Termin angekündigt, zweimal musste er wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Dennoch war die Eröffnungsfeier am 12. Juli noch geprägt von strengen Hygienebestimmungen. Nur wenige Gäste konnten persönlich teilnehmen. In ihren Festansprachen und Grußworten erinnerten Oberbürgermeister Octavian Ursu, die Kulturstaatsministerin Monika Grütters, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Dresden Michael Hurshell an die Blüte der Görlitzer jüdischen Gemeinde, an ihre Vernichtung in der NS-Zeit und an die wechselhafte Geschichte der Synagoge, eine Geschichte von Zerstörung, Vernachlässigung und Rettung. Sie brachten die Hoffnung zum Ausdruck, dass das jetzt entstandene Kulturforum Görlitzer Synagoge zu einer Stätte der Toleranz, zu einem Ort des kulturellen Austauschs und des offenen Gesprächs werden soll. Die Sängerin Bente Kahan aus Breslau spannte einen weiten musikalischen Bogen jüdischen kulturellen Erbes: vom Gebet und Glaubensbekenntnis über die Erinnerung an die Shoah bis zur populären Volksmusik, auf Hebräisch, Deutsch und Jiddisch. Rabbi Akiva Weingarten verlas Psalm 30, der sich auf die Weihe des Tempels in Jerusalem bezieht.

Abschluss des INTERREG-Projekts „Lernen und Verstehen. Zukunft durch Erinnerung“

Im Rahmen des Projekts „Lernen und Verstehen“ hat es der Förderkreis Görlitzer Synagoge übernommen, didaktische Materialien zu erstellen, die künftig in der Synagoge über die Geschichte und Bedeutung des Gebäudes und über die jüdische Geschichte von Görlitz informieren sollen. Es handelt sich um einen Multimedia-Guide, zwei Filme und eine kleine Ausstellung.

Inzwischen ist die Erstellung des Guides und der Filme abgeschlossen. Sie stehen zur Verfügung, sobald die Corona-Situation eine Öffnung der Synagoge erlaubt.

Im 1. Quartal 2021 ging es um Konzeption und Erstellung der Judaica-Ausstellung in der Synagoge. Folgende Aufgaben wurden im Januar, Februar und März 2021 bewältigt:

  • Entwurf eines Plans für die Platzierung der Exponate in den fünf zur Verfügung stehenden Vitrinen
  • Präzisierung der Ausstellungskonzeption hinsichtlich besserer thematischer Zuordnung der ausgewählten Exponate, etwa zu Schabbat oder in der Vitrine für religiöse Ritualgegenstände im Alltag
  • Sondierung der Sammlungslisten, um weitere passende Objekte zu ergänzen, etwa Sederteller zur Illustration von Pessach
  • Auswahl geeigneter Bücher, u.a. für die Präsentation in der Vitrine zu Schabbat
  • Entwurf von Texten für eine Einführungstafel und die geplanten Schrifttafeln in den fünf Vitrinen
  • Abstimmung zur grafischen Umsetzung der Textvorschläge mit Bettina Thiemig von der Stadtverwaltung Görlitz

Damit ist das Projekt, soweit es in der Verantwortung des Förderkreises Görlitzer Synagoge lag, erfolgreich abgeschlossen. Allerdings konnten einige Workshops mit Schülern und Jugendlichen aus Deutschland und Polen, die für das zweite Halbjahr 2020 und das 1. Quartal 2021 geplant waren, wegen der Pandemie nicht stattfinden. Sie sollten im zweiten oder dritten Quartal 2021 nachgeholt werden.