Synagoge auf Tour

Wegen des Abschlusses der Bauarbeiten in der Synagoge muss der Förderkreis Görlitzer Synagoge bei seinen Veranstaltungen im Spätsommer und Herbst 2018 erneut auf andere Spielstätten ausweichen. Hier unser Programm:

Ensemble WAKS (Bildrechte: Inge Mandos)

Waks – Yddish Voices

Neue Arrangements mit Stimmen von alten Wachswalzen

19.10., 19 Uhr, Vino e Cultura, Eintritt € 12.–, (ermäßigt 9.– )

Stimmen von Wachswalzen-Phonographen, die aus einer Ferne von 80 Jahren herüberklingen, haben die Sängerin Inge Mandos tief berührt. Aus einem Impuls heraus wollte sie „mitsingen“ und merkte erst später, was das bedeutete: Auseinandersetzen mit Knacken und Rauschen, mit Tonalitäten, Tempi, Akzenten, Textlücken. Unterstützung bei diesem Vorhaben, das schon bald zum Projekt „WAKS“ (jiddisch „Wachs“) wurde, fand sie bei dem Pianisten Klemens Kaatz und dem Violinisten Hans-Christian Jaenicke. Zusammen schufen sie wunderschöne Arrangements, die die Beschaffenheit des Materials spielerisch aufgreifen und ergänzen. Dazu gehört: Knistern, Rauschen und Verstummen. Die Lieder stammen aus den Feldforschungen, die die Musikwissenschaftler Sophia Magid und Moishe Beregowski zwischen 1928 und 1941 in der Sowjetunion durchgeführt haben.

(Foto: Florian Gärtner)

Vor 80 Jahren: Pogromnacht in Görlitz

Im Anschluss an die ökumenische Andacht in der Frauenkirche, 9. November, 18 Uhr Ort: Synagoge (wenn sie trotz Bauarbeiten an diesem Tag zugänglich ist)

In der Pogromnacht am 9. November 1938 wurden auch in Görlitz Wohnungen und Geschäfte jüdischer Bürger geplündert und  ein Brandanschlag auf die Synagoge verübt. Mitglieder des Förderkreises Görlitzer Synagoge lesen aus Zeitzeugenberichten von den Vorkommnissen dieser Nacht.

 

Malgorzata Grzywacz (Foto: Mariusz Forecki/kulturaupodstaw.pl)

Jüdisches Leben in Polen – Geschichte und Gegenwart

Vortrag  von Małgorzata Grzywacz, Poznań / Posen

29.11., 19 Uhr, Langenstraße 24, Literaturhaus Alte Synagoge, Eintritt frei

Dr. Malgorzata Grzywacz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Instituts für Kulturwissenschaften der Adam-Mickiewicz-Universität in Poznań,  und aktiv im christlich-jüdischen Dialog:

Das historische Polen wies bis 1939 die grösste jüdische Gemeinschaft Europas mit 3,2 Millionen Menschen auf. Nach 1945 war jüdische Geschichte weitgehend ein Tabuthema, von den 300.000 überlebenden Juden wanderten über 90 Prozent weiter, besonders als es zu Pogromen kam. Nach 1990 entstand eine politisch völlig neue Situation: Nachkommen polnischjüdischer Familien wollten die Orte ihrer Vorfahren besuchen, orthodoxe Juden die Gräber verehrter Rabbiner. Amerikanisch-jüdische Stiftungen ließen Synagogen renovieren und richteten koschere Restaurants für Touristen ein: Wie reagierte die polnischen Universitäten auf diese Bestrebungen? Wie die breite Bevölkerung?

 

Shlomos Chanukka-Wunderlampe (Bildrechte: Ariella Verlag, Nadja Rentzsch)

Shlomos Chanukka-Wunderlampe.

Eine Komödie des Puppentheaters „bubales“ zum jüdischen Lichterfest für die ganze Familie

8.12., nachmittags, Schlesisches Museum, Eintritt frei

Weihnachtszeit ist auch Chanukka-Zeit. Shlomo bekommt von seiner Klassenfreundin Aische zu Chanukka eine Wunderlampe aus der Türkei geschenkt. Schon bald springen drei drollige Chanukka-Geister aus der Wunderlampe und erzählen vom Tempel im alten Jerusalem. Am Ende lüftet die Lampe ein Geheimnis das alles in ein neues Licht wirft. Mit jüdischem Witz erzählen uns die bubales von den Bräuchen und der antiken Geschichte des Chanukka-Festes. Musikalisch begleitet wird die bunte Show vom rockenden Chanukka-Kerzen-Chor, dem Latkes bratenden Papa Lotterstein und wie immer: dem humorlosen Schaf Mendel.

Das jüdische Puppentheater „bubales“ wurde von der Kunstpädagogin Shlomit Tulgan gegründet. Sie stammt aus einer sephardischen Istanbuler Familie und arbeitet hauptberuflich in der Bildungsabteilung des Jüdischen Museums Berlin.